Die Stammbahn zwischen Zehlendorf und Griebnitzsee

 
Aufgeteilt in mehreren Abschnitten zeige ich hier Fotos der Trasse.  - (bitte auf Bilder klicken)
 
Bf. Wannsee - S. Bf. Dreilinden S-Bf. Dreilinden S-Bf. Dreilinden - S-Bf. Stahnsdorf S-Bf. Stahnsdorf
S-Bf. Zehlendorf S-Bf. Zehlendorf -
S-Bf. Zehlendorf Süd
S-Bf. Zehlendorf Süd S-Bf. Zehlendorf Süd -
S-Bf. Düppel
       
  S-Bf. Dreilinden S-Bf. Dreilinden - S-Bf. Stahnsdorf  
  S-Bf. Düppel S-Bf. Düppel -
Griebnitzsee
 


Allgemeines zur Stammbahn (Hauptsächlich den hier beschriebenen Teil betreffend)
Am 22.09.1838 wurde die Eisenbahnlinie zwischen Potsdam und Zehlendorf als erste Bahnstrecke in Preußen eröffnet. Die Linie war sozusagen der "Stamm" der preußischen Eisenbahn, daher rührt der jetzt noch immer verwendete Name "Stammbahn". Die gesamte Strecke zwischen Berlin und Potsdam war am 29.10.1838 als eingleisige Strecke komplettiert, aber auch schon für den zweigleisigen Ausbau vorgesehen. Dieser erfolgte zwischen Berlin und Wildpark, bei Potsdam, bis 1847. Zur Anbindung ans weitere Eisenbahnnetz wurde die Strecke bis 1848, mit insgesamt 144 km, nach Magdeburg verlängert.

Zum 01.06.1874 eröffnete eine weitere Strecke nach Potsdam, die Wannseebahn - die in Zehlendorf von der Stammbahn abzweigte, über Schlachtensee und Wannsee führte, und bei Neu-Babelsberg (Griebnitzsee) wieder auf die Stammbahn traf. Zur Unterscheidung wurde die alte Strecke der Berlin-Potsdamer Bahn seitdem auch Stammbahn genannt.

Am 01.10.1891 konnte die Neue Wannseebahn mit einem zweiten Gleispaar zwischen Berlin und Zehlendorf in Betrieb gehen. Dort mündeten sie in die alte Wannseebahn, die bis Wannsee zweigleisig ausgebaut wurde, und ab Neubabelsberg nach Potsdam verlängert wurde. Auf dieser Strecke spielte sich hauptsächlich der erste Vorortverkehr zwischen Berlin und Potsdam ab.

Die elektrische S-Bahn machte Anfangs ein Bogen um die Stammbahn. Nachdem 1928 die Wetzlarer Bahn über Wannsee elektrifiziert wurde, folgte am 15.05.1933 die Wannseebahn, wobei man gleichzeitig die Ferngleise der Stammbahn von Berlin Potsdamer Bahnhof bis Zehlendorf elektrifizierte. Hier fuhren die so genannten "Bankierszüge" als Schnellverkehr zwischen Innenstadt und Zehlendorf, wo sie dann auf die Gleise der alten Wannseebahn stießen.

Der eigentliche Vorortverkehr auf der Stammbahn, die zwischen Zehlendorf und Neubabelsberg/Griebnitzsee hauptsächlich durch unbebaute Waldgebiete führte, begann mit der Eröffnung des Bahnhofes Düppel 1939, auf dem die Dampfvorortzüge auf dem Weg von Berlin nach Werder hielten.

Der Krieg führte auch auf der Stammbahn zur Stilllegung des Verkehrs, doch waren hier die Auswirkungen weitreichender als auf anderen Strecken. Die Sprengung der Teltowkanalbrücke im April 1945 führte zur Einstellung des Betriebes auf der 9,8 km langen Strecke zwischen Zehlendorf und Babelsberg-Ufastadt/Griebnitzsee. Als Reparationsleistung entfernte man danach beide Gleise zwischen Griebnitzsee und Düppel, sowie das südliche Gleis von Düppel nach Zehlendorf.

Als erster Verkehr auf dem nun eingleisigen Abschnitt fuhren ab 01.12.1945 Dampfpendelzüge von Zehlendorf nach Düppel. Ab 15.06.1948 wurde der Dampfbetrieb der 2,5 km langen Strecke dann durch die elektrische S-Bahn abgelöst. Bis zum Mauerbau am 13.08.1961 kamen nun auch die Kleinmachnower in den Genuss der S-Bahn. Danach ließ die Auslastung rapide nach. Der noch 1972 als Zwischenstation gebaute Bahnhof Zehlendorf Süd, wurde nur für Halbzüge vorgesehen. Nach dem Reichsbahner-Streik wurde am 18.09.1980 der Verkehr, auf der zuletzt nur noch mit 2 Wagen befahrenden Strecke, eingestellt.

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Was bringt die Zukunft ? Schon gleich nach Mauerfall wurden erste Stimmen für einen Wiederaufbau der Stammbahn laut. Bei den Anwohnern des Gebietes um Kleinmachnow gibt es ein Für und Wieder. So haben sich auch zwei Bürgerinitiativen für Pro und Kontra gebildet. 
Erste Visionen ließen die ersten Züge schon im Jahr 2000 rollen, doch nichts wurde Realität. Die Planung der DB AG sieht erst einen eingleisigen Ausbau zwischen Griebnitzsee und Zehlendorf vor, mit Zwischenstopps in Düppel-Kleinmachnow und am "Europarc" Dreilinden. Für diesen Abschnitt rechnet man mit Kosten von ca. 35 Mio Euro. Später soll die gesamte Strecke zwischen Potsdamer Platz und Griebnitzsee zweigleisig ausgebaut, und elektrifiziert werden. Dabei würden ca. 230 Mio Euro Gesamtkosten entstehen. Für die Einbindung in den Fernbahntunnel sind schon vorbereitende Bauten zur Ausfädelung am Gleisdreieck beim Bau des Tunnels geschaffen worden. Dafür hat die Bahn 25 Mio Euro Bundesmittel bekommen. Man ging von einer Inbetriebnahme um 2004 für die eingleisige Strecke, und 2006 für den Gesamtabschnitt aus. Verkehrsprognosen der DB AG gehen von 12 000 bis 15 000 Fahrgästen pro Tag aus. Inzwischen ist man mit der Inbetriebnahme der Strecke über das Jahr 2010 gekommen, da auch der Berliner Senat an der Finanzierung beteiligt sein wird, und der hat ja bekanntlich kein Geld.
Wenn je Züge auf der Stammbahn rollen werden, dann wird es auf alle Fälle eine Regionalbahn werden. Eine S-Bahn ist auf keinen Fall eingeplant.
 

  
Karte

Karte         

  
Historische Daten zur Stammbahn (Hauptsächlich den hier beschriebenen Teil betreffend)
  
22.09.1838 Eröffnung des eingleisigen Streckenabschnitts Zehlendorf - Potsdam
29.10.1838 Eröffnung des eingleisigen Streckenabschnitts Berlin - Zehlendorf (damit Fertigstellung der Berlin - Potsdamer Eisenbahn)
1847 Zweigleisiger Ausbau Berlin - Potsdam
15.05.1933 Elektrifizierung der Ferngleise zwischen Berlin Potsdamer Bf. und Zehlendorf für die Bankierszüge der S-Bahn
15.07.1939 Eröffnung des Bahnhof Düppel, und damit erster Vorortverkehr in diesem Gebiet
Feb. 1945 Einstellung der Bankierszüge auf den Ferngleisen der Potsdamer Bahn zwischen dem Potsdamer Bf. und Zehlendorf
04.1945 Einstellung des Betriebes auf der Stammbahn wegen Sprengung der Teltowkanalbrücke
01.12.1945 Dampfpendelzüge zwischen Zehlendorf und Düppel
Nach 1945 Abbau der elektrischen Anlagen an den Ferngleisen der Potsdamer Bahn
Abbau des 2. Gleises zwischen Berlin Potsdamer Bf. und Düppel, Babelsberg-Ufastadt und Potsdam
Abbau beider Gleise zwischen Babelsberg-Ufastadt und Düppel
15.06.1948 Elektrischer S-Bahnbetrieb zwischen Zehlendorf und Düppel unter Benutzung des ehem. Bankiersbahnsteiges in Zehlendorf
13.08.1961 Die Fahrgäste aus Kleinmachnow hatten keine Chance mehr, diese Strecke zu benutzen, vorprogrammierter Untergang der Strecke
20.12.1972 S-Bahnhof Zehlendorf Süd zwischen Zehlendorf und Düppel eröffnet
18.09.1980 Stilllegung der S-Bahnstrecke zwischen Zehlendorf und Düppel nach Reichsbahnstreik
01.11.1980 Stilllegung des Güterverkehrs auf der Stammbahn
   
Vielleicht hat jemand noch nicht beschriebene Hinweise, die ich hier ebenfalls veröffentlichen könnte.
Infos an



Zeitungsberichte zur Stammbahn  
    
Bund fordert eine Entscheidung zum Wiederaufbau der Stammbahn Märkische Allgemeine vom 12.06.2006
Kostengünstige Pläne für historische Bahnlinie Berliner Morgenpost vom 22.10.2005
Koalition fordert Wiederaufbau der Stammbahn Berliner Morgenpost vom 02.06.2005
S-Bahn soll von Zehlendorf nach Stahnsdorf fahren Berliner Morgenpost vom 11.02.2005
Fehlende Bahnstrecke bremst Investoren in Kleinmachnow Berliner Morgenpost vom 27.09.2004
Stammbahn: CDU plädiert für Minimallösung Berliner Morgenpost vom 16.03.2003
Anwohner wollen Stammbahn nicht erst 2010 haben Berliner Morgenpost vom 10.02.2003
Einst waren die Kleinmachnower in 17 Minuten am Potsdamer Platz Berliner Zeitung vom 23.06.2001
Dringend gesucht: Geld für den Wiederaufbau der Stammbahn Berliner Zeitung vom 04.05.2001
Der Zweikampf um die Stammbahn Berliner Zeitung vom 30.05.2000
"Stammbahn" wird bis zum Jahr 2006 gebaut Berliner Zeitung vom 18.04.2000
Bürgerinitiative kämpft für Bahnlinie Berliner Zeitung vom 11.11.1999
Stammbahn wird 2006 nach Potsdam fahren Berliner Zeitung vom 04.02.1999
Die Stammbahn war Preußens Renommierobjekt Berliner Zeitung vom 19.09.1998
Die erste Bahn nach Potsdam Berliner Zeitung vom 29.10.1997


Weitere Links zum Thema Stammbahn  
    
BI Stammbahn Bürgerinitiative Pro Bahn
Aktionsgemeinschaft Stammbahn Bürgerinitiative Kontra Bahn
Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn Bahnstrecken in Brandenburg
Potsdamer Bahn Eisenbahnen im Berliner Raum
Die Stammbahn Verkehrshistorische Landschaft rund um Dreilinden
Stammbahn Stillgelegte S-Bahnstrecken von F. Müller
Wanderung auf längst vergessenen Schienenwegen Homepage der Familie Arndt


Die Information und Anmerkungen sind zusammengetragen aus den oben genannten Zeitungsberichten und Webseiten sowie aus folgenden Büchern:
 

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