Die Friedhofsbahn zwischen Wannsee und Stahnsdorf

 
Aufgeteilt in mehreren Abschnitten zeige ich hier Fotos der Trasse.  - (bitte auf Bilder klicken)
 
Bf. Wannsee - S. Bf. Dreilinden S-Bf. Dreilinden S-Bf. Dreilinden - S-Bf. Stahnsdorf S-Bf. Stahnsdorf
Bf. Wannsee -
S-Bf. Dreilinden
S-Bf. Dreilinden S-Bf. Dreilinden -
S-Bf. Stahnsdof
S-Bf. Stahnsdorf


Allgemeines zur Friedhofsbahn
Verschiedene Berliner Kirchenorganisationen hatten in der Stahnsdorfer Heide im März 1909 den Südwestfriedhof eröffnet. Später kam noch der Waldfriedhof Wilmersdorf hinzu. Das Problem der Verkehrsanbindung wurde durch die Berliner Stadtsynode gelöst, die auf Kosten der Kirche eine Eisenbahnstichstrecke von Wannsee nach Stahnsdorf bauten.

Die 4,24 km lange eingleisige Strecke vom extra dafür umgebauten Bf. Wannsee, wurde am 03.Juni 1913 offiziell eröffnet, als Eigentum der Staatsbahn, von der Kirche dem Staat überlassen. Befördert wurden nicht nur Besucher, sondern auch die Toten in besonderen Wagen. Täglich fuhr ein Zug mit Leichen von einer Umladestation in Wilmersdorf, nahe des S-Bf. Halensee, nach Stahnsdorf.

Schon 1914 hatte man diese Strecke als Versuchstrecke für einen elektrischen Probebetrieb mit 1600V Gleichstrom und Stromschiene vorgesehen. Der 1. Weltkrieg verhinderte die Ausführung. Aber ab dem 10.07.1928 fuhr dann doch erstmals, zusätzlich zu den "Totenzügen", die elektrische S-Bahn, mit einer Fahrzeit von 6 min. ab Wannsee, nach Stahnsdorf.

Während der NS-Zeit (ca. 1937) gab es Pläne die Strecke 4-gleisig auszubauen, wobei die dann 2-gleisige S-Bahn bis nach Teltow verlängert werden sollte. Der Krieg machte diesen Planspielen ein Ende.

Wegen der zerstörten Teltowkanalbrücke gab es vom 07.09.1945 bis zum 27.05.1948 nur Fahrbetrieb bis zum Bahnhof Dreilinden. Erst nach der Reparatur der Brücke fuhren die Züge wieder nach Stahnsdorf. Ab 1952 durften Westberliner Besucher nur noch mit einem besonderen Passierschein zum Friedhof nach Stahnsdorf fahren. Zu diesem Zeitpunkt endete auch der Transport der Toten von Berlin zum Südwestfriedhof. Anwohner der Strecke nutzten die Strecke nur selten für Besuche in Berlin. Zwischen dem 19.01.1953 und dem 11.09.1954 wurde die Strecke wegen angeblicher, aber nicht sichtbaren Bauarbeiten gesperrt.

Durch den Mauerbau am 13.08.1961 verlor die Strecke ihre Anbindung ans Bahnnetz und wurde damit stillgelegt. Das Gleis wurde, außer im ehemaligen Grenzbereich, auf der gesamten Trasse entfernt, und alte Empfangsgebäude abgerissen. Heute erinnern nur noch einige Brücken und verrottete Bahnsteigkanten im Düppeler Forst an diese Strecke.

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Mit einer Wiedereröffnung ist in den nächsten Jahrzehnten nicht zu rechnen, wenn dann höchstens als Teilstück einer durchgehenden Verbindung zwischen Wannsee und dem im Februar 2005 eröffnenden Bahnhof Teltow-Stadt.

  
Karte

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Historische Daten zur Friedhofsbahn
  
02.06.1913 Feierliche Eröffnung der Strecke
03.06.1913 Offizielle Inbetriebnahme für den Personen- und "Güter"verkehr
1914 Durch den 1. Weltkrieg verhinderter geplanter elektrischer Probebetrieb mit 1600V Gleich/Wechselstrom (Quellen widersprechen sich)
10.07.1928 Aufnahme des elektrischen S-Bahnbetriebes 800V Gleichstrom
1937 Planungen zum 4-gleisigen Ausbau der Strecke mit Verlängerung nach Teltow
04.1945 Einstellung des Betriebes durch Sprengung der Teltowkanalbrücke
17.09.1945 Wiederinbetriebnahme der S-Bahnverbindung zwischen Wannsee und Dreilinden
27.05.1948 Aufnahme des durchgehenden elektrischen S-Bahnbetriebes Wannsee - Stahnsdorf nach Reparatur der Teltowkanalbrücke
01.1953 Einstellung des S-Bahnverkehrs wegen angeblicher Bauarbeiten
09.1954 Nochmalige Wiederinbetriebnahme der S-Bahnstrecke zwischen Wannsee und Dreilinden
13.08.1961 Endgültige Einstellung des S-Bahnbetriebes zwischen Wannsee und Stahnsdorf
1986-1988 Entfernung von Gleis und Brücken im westlichen Teil des Düppeler Forstes durch Forstverwaltung
1992 Entfernung der Überführung über Wetzlarer Bahn wegen Elektrifizierung dieser Strecke
Jan. 2005 Kirche will Wiederinbetriebnahme der Strecke einklagen
   
Vielleicht hat jemand noch nicht beschriebene Hinweise, die ich hier ebenfalls veröffentlichen könnte.
Infos an



Zeitungsberichte zur Friedhofsbahn  
    
S-Bahn soll von Zehlendorf nach Stahnsdorf fahren Berliner Morgenpost vom 11.02.2005
Kirche will alte Friedhofsbahn einklagen Berliner Morgenpost vom 15.01.2005
Weiterhin Bestattungen auf Stahnsdorfer Friedhof Berliner Morgenpost vom 17.11.2004
Der Südwestfriedhof wird 90 Jahre alt Berliner Zeitung vom 27.03.1999
Auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf verfallen kostbare Grabmale Berliner Zeitung vom 06.05.2000
Man nannte sie Friedhofsbahn Berliner Zeitung vom 19.02.1996
Bus auf der "Friedhofsbahn" Berliner Zeitung vom 23.10.1995
Spurbus soll Verkehr um Potsdam entlasten Berliner Zeitung vom 25.07.1995


Weitere Links zum Thema Friedhofsbahn  
    
Friedhofsbahn Stahnsdorf Stillgelegt - Berliner S-Bahnstrecken außer Betrieb
Friedhofsbahn Wannsee-Stahnsdorf Verkehrshistorische Landschaft rund um Dreilinden
Berlin-Wannsee - Stahnsdorf Bahnstrecken in Brandenburg
Trassenbegehung am 22.12.1998 Bahnstrecken in Brandenburg
S-Bahnstrecken über die Stadtbahn Eisenbahnen im Berliner Raum
Wetzlarer Bahn Eisenbahnen im Berliner Raum
Südwestkirchhof Stahnsdorf Webseite über den Friedhof
Südwestfriedhof der Berliner Synode Bezirk Charlottenburg - Wilmersdorf


Die Information und Anmerkungen sind zusammengetragen aus den oben genannten Zeitungsberichten und Webseiten sowie aus folgenden Büchern:
 

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